Fachklinik Bad Bentheim

Pressespiegel

Grafschafter Nachrichten vom 14.12.2011



Fachklinik spart viel Geld mit Energiekonzept
Biogasanlage von Landwirt Schulte-Siering liefert Wärme und Strom – Vertrag läuft 20 Jahre


Mit dem Energiekonzept 2011 verfolgt die Fachklinik Bad Bentheim das Ziel einer nachhaltigen Energieversorgung, die wirtschaftliche Vorteile bringt, ressourcenschonend ist und bei der Erreichung der von der Bundesregierung gesteckten Ziele nach dem Energiekonzept 2050 helfen soll. Die Fachklinik investiert dafür über mehrere Jahre etwa eine halbe Million Euro, die Verbindung aus Sieringhoek über den Badepark bis zur Klinik wurde mit Millionenaufwand erstellt.

Von Detlef Kuhn - Bad Bentheim. Um die Ziele zu erreichen, hat die Fachklinik einen wesentlichen Teil des Erdgasbezugs zur Wärmebereitstellung für Heiz- und Prozesswärme auf dem Kurgelände durch erneuerbare Energieträger in Form von Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ersetzt. Bestehende Altanlagen wurden durch moderne BHKW-Anlagen ersetzt, die Biogas in Wärme und Strom umwandeln. Die erzeugte Wärmeenergie wird der Fachklinik Bad Bentheim innerhalb eines Contracting-Verhältnisses durch eine Betreibergesellschaft für die entsprechenden Anwendungen zur Verfügung gestellt. Die Betreibergesellschaft übernimmt dabei sämtliche Kosten für die Errichtung und den Betrieb der neuen BHKW-Anlagen und dessen Einbindung in das bestehende Wärmenetz der Fachklinik. Im Zuge dieser Maßnahme wurde die bestehende dezentrale Versorgungsstruktur durch die Verlegung einer neuen Fernwärmestraße und durch die Zusammenlegung von Wärmeerzeugungsanlagen in eine zentrale Versorgungsstruktur umgewandelt.

Die produzierte elektrische Energie wird nach dem „Erneuerbaren-Energie-Gesetz“ (EEG) in das öffentliche Stromnetz eingespeist und vergütet. Das Vergütungssystem des EEG bildet somit die Grundlage für einen wirtschaftlichen Betrieb der BHKW-Anlagen. Der Betreibergesellschaft ist es somit möglich, eine durch biogasgespeiste BHKW erzeugte Kilowattstunde Wärme zu günstigeren Konditionen anzubieten als dies mit eigenen erdgasbetriebenen Kesselanlagen der Fachklinik möglich wäre. Durch eine Mikrogasleitung ist es möglich, dass das Biogas nicht unmittelbar am Ort der Erzeugung genutzt bzw. verbrannt werden muss. „Dadurch ergibt sich eine sinnvollere Wärmeabnahme und eine bessere Nutzung des produzierten Biogases für die Betreibergesellschaft, die auch die eigentlichen Biogasanlagen in Sieringhoek betreibt“, heißt es in einer Pressemitteilung der Ibbenbürener Firma agn. In deren Händen lagen Planung und Bauleitung zusammen mit dem TAV Schüttorf (Institut für Abwassertechnik).

Durch die Substitution vom fossilen Energieträger Erdgas durch Biogas ergäben sich neben den wirtschaftlichen Vorteilen zudem ökologische Vorteile in der Kohlenstoffdioxid (CO2)-Bilanz. Die Verringerung der CO2-Emissionen ist zentraler Bestandteil der weltweiten Klimaschutzbemühungen. Durch den hohen Energieverbrauch der Fachklinik (vergleichbar mit 70 Einfamilienhäuser) spielt dieser Aspekt eine besondere Rolle. Wird die einfache Wärmeerzeugung betrachtet, ergeben sich jährliche CO2-Einsparungen von zirka. 1600 Tonnen. Das entspricht einer Verringerung der CO2-Emission von zirka. 40 Prozent. Durch die gleichzeitige Wärme- und Stromproduktion werden zusätzlich weitere 3100 Tonnen CO2 jährlich eingespart. Die gemeinsame Substitution von Erdgas und Kraftwerksstrom mit biogasgespeisten BHKW führt dazu, dass in Summe mehr CO2-Emissionen eingespart wird als bislang auf dem Gelände der Fachklinik produziert wurde.

Für die gesamte Maßnahme stand ein Zeitfenster von wenigen Monaten zur Verfügung, um weiterhin die Vergütungsvorteile des EEG 2009 nutzen zu können. „Uns stand bis zuletzt oft der Schweiß auf der Stirn“, sagte Landwirt Eberhard Schulte-Siering gestern im Gespräch mit den GN. Es war mit der ganzen Familie zur Eröffnung und Besichtigung der Anlagen und einen kleinen Empfang gekommen, schließlich wäre es für ein sehr stressiges Jahr seit der Entscheidung des Bad Bentheimer Rates im Dezember 2010 bis zur endgültigen Umsetzung seiner „Vision“ gewesen. Der Landwirt bedankte sich auch ausdrücklich für den Mut der Grafschafter Volksbank, die die Finanzierung des Projektes übernommen hat. Die Volksbank war mit beiden Vorstandsvorsitzenden und weiteren Mitarbeitern vertreten. „Hier hat sich bewahrheitet, dass die Bank entsprechend ihrem Slogan tatsächlich den Weg frei gemacht hat“, sagte Eberhard Schulte-Siering. Offensichtlich stehe man neuen Technologien aufgeschlossen gegenüber. Froh zeigte sich der Landwirt auch darüber, dass ihn Bernhard Bergjan von der Firma agn nicht für „verrückt erklärt hat“, als er ihm erstmals sein Wärmekonzept für den Badepark erklärt habe. Von dort aus sind die in Sieringhoek beginnenden Leitungen bis zur Fachklinik auf 7,4 Kilometer mehr als verdoppelt worden. Der Druck musste auf 600 Millibar verdreifacht werden, in der Fachklinik regelt ein Steuerungssystem den Druck wieder auf 50 Millibar herunter.

Der Dank von Schulte Siering ging aber auch an das fürstliche Haus, den Landkreis und die Stadt Bad Bentheim als Gesellschaft, die den Mut gehabt hätten, „sich für dieses Projekt vertraglich für 20 Jahre an einen Landwirt zu binden“. Ebenso wären viele Grundstückeigentümer zur Verlegung der nötigen Leitungen bereit gewesen. Und genügend Landwirte hätten bei der Produktion der nachwachsenden Rohstoffe mitgemacht, die für die Biogasproduktion nun einmal notwendig seien.

„Vor etwa einem Jahr haben wir den Entschluss gefasst, uns von unserer zu groß dimensionierten, unwirtschaftlichen Mooranlage zu verabschieden und stattdessen Fertigmoorpackungen einzusetzen“, erklärte der Geschäftsführer der Fachklinik, Klaus Kinast. Die frei gewordenen großzügigen Räumlichkeiten hatte man dem Betreiber des Blockheizkraftwerkes als idealen Standort für seine Anlage angeboten. Der Keller befindet sich nur 30 Meter von der bisherigen Heizzentrale für die Einrichtungen der Klinik entfernt und bot deshalb eine günstige Anbindung. Umweltschutz habe für die Fachklinik aber auch ein großes wirtschaftliches Potential. „Durch die neue Wärmeversorgung erhoffen wir uns jährliche Einsparungen in einer Größenordnung von 100000 Euro“, so Kinast.

Die Arbeiten an dem Projekt begannen im März. „Eigentlich wollten wir im Jubiläumsjahr keine Baustellen auf dem Gelände haben, aber da die ganze Installation termingebunden war, mussten wir in diesen sauren Apfel beißen“, sagte Kinast. Die Arbeiten seien so schonend wie möglich für Patienten, Besucher und Mitarbeiter sowie für den Lieferverkehr der Fachklinik ausgeführt worden. „Durch diese regenerative Energieerzeugung haben wir die Zukunftssicherheit der Fachklinik Bad Bentheim nachhaltig ein gutes Stück verbessert“, meinte der Geschäftsführer. Das sieht auch Bürgermeister Dr. Volker Pannen (SPD) so. Insofern sei es auch ein guter Tag für die Stadt. Der wäre ohne die breite Mehrheit im Stadtrat für die Ausweisung eines Sondergebietes für eine große Biogasanlage in Sieringhoek nicht möglich gewesen.

Grafschafter Nachrichten vom 26.10.2011



Kurzentrum verfügt über 500 Stellplätze
Neue Parkpalette hat sich schon ausgezahlt

In nur drei Monaten Bauzeit hat die Fachklinik Bad Bentheim mit Investitionen von gut einer Million Euro Brutto eine Parkpalette mit drei Ebenen und 147 Plätzen erstellen lassen. Sie kann sogar noch um auf eine vierte Ebene erweitert werden und würde dann zusätzlich 44 neue Plätze schaffen. Die Voraussetzungen dafür sind bereits vorhanden.

Von Detlef Kuhn - Bad Bentheim. Jetzt stehen auf dem Gelände des Kurzentrum 500 Parkplätze zur Verfügung. Die erste Bewährungsprobe ist bestanden worden, als bei der Regionalversammlung der Volksbank vor zwei Wochen fast 400 Gäste im Kurhaus erschienen waren. Rücksicht genommen hat man bei den Planungen der Parkpalette darauf, dass oft ältere oder gehandicapte Menschen das Kurzentrum aufsuchen und deshalb die einzelnen Plätze um 20 Zentimeter breiter gestaltet als zunächst geplant. Auch die Auffahrt ist sehr breit angelegt. „Die Parkpalette ist vom ersten Tag an sehr gut angenommen worden“, zeigen sich Geschäftsführer Klaus Kinast und der technische Leiter, Thorsten Krämer, zufrieden. Das habe offensichtlich auch damit zu tun, dass das Gebäude hell und keineswegs bedrückend wirke und sich auch optisch gut einpasse in die Umgebung. Und: Das Parken dort ist gebührenfrei. „Das ist für viele Kurorte keineswegs selbstverständlich und deshalb für uns ein echter Standortvorteil“, sagte Kinast im Gespräch mit den GN. Eine Bewirtschaftung sei auch nicht geplant.

Eigentlich sollten die Parkpalette schon zu Ostern fertig sein, doch machte die Witterung einen Strich durch die Rechnung und die Pläne mussten überarbeitet werden, weil die Feuchtigkeit am Bauplatz, wo zuvor schon 46 Parkplätze vorhanden waren, nur mit großem finanziellen Aufwand für eine Grundwasserabsenkung hätte bewältigt werden können. Doch diese 20000 Euro wollte man sich lieber sparen. Außerdem wollte man zunächst die Feierlichkeiten aus Anlass des Jubiläums abwarten. Man musste aber im September fertig sein, weil das Bad Bentheimer Schützenfest das erforderlich machte. Also startete man Mitte Mai mit den Bauarbeiten. Zumal es sich um eine exponierte Stelle handelt und man möglichst wenig Störungen für Patienten und Besucher verursachen wollte. „Für all diese Fragen haben wir eine gute Lösung gefunden“, zeigte Klaus Kinast überzeugt. Zumal auch noch die Straße auf etwa 100 Meter etwas angehoben werden musste, weil sich das Gefälle Richtung Parkhaus neigte. Gebaut wurde die Parkpalette nach Plänen des Generalunternehmers Goldbeck (Münster) in Zusammenarbeit mit der Firma agn in Ibbenbüren.

Nötig geworden war der Bau der Parkpalette, weil die Zahl der Patienten und Besucher in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist. Inzwischen ist die Straße Am Bade die am meisten befahrene in Bad Bentheim. Schließlich arbeiten auch noch 330 Mitarbeiter auf dem Gelände des Kurzentrums. Hauptziel war es zudem, den Fahrzeugverkehr schon vorn am Gelände abzufangen und Unruhe im hinteren Bereich durch Parkplatzsuchverkehr zu vermeiden. Dies sehen die Verantwortlichen als vollauf gelungen an. Denn die „Hauptabnehmer“ sind das Ärztehaus, das Trainingstherapiezentrum und das Thermalbad. Im Parkhaus selber sind keine Behindertenparkplätze gesondert ausgewiesen, weil die arg behinderten Menschen nach wie vor bis direkt vor den Eingang der Einrichtungen fahren und dort parken können.

Kinast und Krämer freuen sich auch darüber, dass sich die Parkpalette – die natürlich behindertengerecht mit einem Aufzug versehen ist – „nicht als aufdringlicher Klotz präsentiert, sondern filigran wirkt und sich mit viel weiß, grau und anthrazit gut auf dem Gelände mit den ebenso gestalteten Bettenhäusern einpasst und auch geschickt in das Waldstück dahinter integriert ist“. Froh ist man auch darüber, dass man nur wenige Bäume opfern musste und dafür nicht noch einen Hektar Wald abschlagen musste. Neue Buchen als Baum oder Busch sind auch schon wieder angepflanzt worden. Zudem hat man an den Plänen festgehalten, die Fassade der Parkpalette mit Efeu oder wildem Wein zu begrünen, so das sich das Gebäude farblich nicht zu sehr von der Silhouette des Waldes abhebt. Im Endausbau mit vier Ebenen würde die Palette eine Höhe von 14,50 Meter erreichen, im jetzigen Zustand sind es 11,80 Meter