Bevor ein Präparat offiziell zugelassen wird, fordert der Gesetzgeber solche Studien, damit Sicherheit und Wirksamkeit dieser neuen Medikamente belegt werden können. Somit erhalten die an Studien teilnehmenden Patienten die Möglichkeit, neue Präparate noch vor der offiziellen Zulassung zu erhalten. In unserer Studienambulanz, die in unsere dermatologische Ambulanz integriert ist, werden die Patienten dabei engmaschig medizinisch betreut.

Sie können sich gerne direkt nach eventuell für Sie in Betracht kommenden Studien erkundigen. Oder Sie lassen sich in unserer Datenbank registrieren. Dann können wir Sie bei künftigen Studien gezielt kontaktieren. Dazu melden Sie sich bitte telefonisch unter 05922 74-5290 bei uns. Sie erreichen uns Montag und Dienstag von 8 bis 16.30 Uhr, Mittwoch von 8 bis 14.30 Uhr, Donnerstag von 8 bis 18.30 Uhr sowie Freitag von 8 bis 14.30 Uhr. Alternativ können Sie uns auch gerne per E-Mail kontaktieren: studien-dermatologie@fk-bentheim.de

Studienschwerpunkte

  • Entzündliche Hauterkrankungen wie Schuppenflechte (Psoriasis), Neurodermitis (Atopisches Ekzem), Rosacea, Akne vulgaris etc.
  • Chronischer Juckreiz (Pruritus) wie zum Beispiel Prurigo
  • Weißer Hautkrebs (beispielsweise Frühformen wie chronische Lichtschäden an Kopf und Gesicht, die sogenannten Aktinischen Keratosen)
  • Kosmetische Studien (Laserbehandlung, Peeling)

Aktuell laufen an der Fachklinik folgende Studien:

Psoriasis:

  • Phase 2 Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit von oralem MP1032 bei mittel- bis schwergradiger Psoriasis (aktuell Rekrutierung)
  • Phase 3 Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit von Secukinumab versus Etanercept bei Kindern und Jugendlichen von 6 bis 17 Jahren mit schwergradiger Psoriasis (aktuell Rekrutierung)
  • Phase 3 Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit des IL-23 Antikörpers Mirikizumab versus Secukinumab (aktuell Rekrutierung)
  • Phase 4 Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit von Brodalumab versus Fumaderm® bei Patienten mit mittel- bis schwergradiger Psoriasis (aktuell Rekrutierung)
  • Dermatologische Anwendungsstudie zur topischen Basistherapie mit Eucerin UreaRepairPlus 10% Urea Lotion bei Patienten mit Psoriasis (Rekrutierung beendet)

Neurodermitis (Atopisches Ekzem):

  • Phase 3 Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit des JAK-Inhibitors PF-04965842 bei Jugendlichen und Erwachsenen ab 12 Jahren mit mittel- bis schwergradiger Atopischer Dermatitis (aktuell Rekrutierung)
  • Phase 3 Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit des JAK-Inhibitors Baricitinib bei Patienten mit mittel- bis schwergradiger Atopischer Dermatitis (aktuell Rekrutierung)
  • Phase 2 Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit des IL17C-Antikörpers MOR106 bei Patienten mit mittel- bis schwergradiger Atopischer Dermatitis (aktuell Rekrutierung)

Nagelpilz (Onychomykose):

  • Phase 3 Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit der Nagellösung MOB015B im Vergleich zu Ciclopirox-Nagellack bei Patienten mit Nagelpilz (Onychomykose) (aktuell Rekrutierung)

Rosacea:

  • Phase 3 Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit von niedrig dosiertem Minocyclin zur Therapie der Rosacea (Rekrutierung beendet)

Chronischer Juckreiz (Prurigo):

  • Phase 3 Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit von Serlopitant (aktuell Rekrutierung)

Wissenschaftliche Schwerpunkte

Zusammen mit unserem Kooperationspartner, der Universitätshautklinik Münster, beschäftigen wir uns auch wissenschaftlich schwerpunktmäßig mit den Themen Psoriasis, chronischer Pruritus (Juckreiz), insbesondere der Prurigo sowie den Lymphomen der Haut (kutane Lymphome).

Ziel unserer Forschung ist die wissenschaftliche Evaluation der therapeutischen Maßnahmen in der Rehabilitation. Unter anderem wird untersucht, wie sich die Behandlungen auf Lebensqualität und Erkrankungsschweregrad bei den genannten Hautkrankheiten auswirkt. Präsentiert wurden unsere Forschungsergebnisse zum Thema Rehabilitation und kutane Lymphome zuletzt auf dem Deutschen Hautkrebskongress am 22. September 2017 in Mainz.

Mehr Infos

Das kutane T-Zell-Lymphom mit seinem häufigsten Vertreter der Mycosis fungoides tritt ab dem 45. Lebensjahr deutlich häufiger auf. Ein großer Teil der Betroffenen kann damit der arbeitenden Bevölkerung zugerechnet werden. Für die Patienten stellen die Diagnosestellung sowie die Therapien wie beispielsweise die systemische PUVA oder eine Interferontherapie oftmals eine starke körperliche wie auch psychische Belastung dar. Im Gegensatz zu anderen onkologischen Erkrankungen wie beispielsweise dem Malignen Melanom findet beim kutanen T-Zell-Lymphom die Option einer Rehabilitation kaum Beachtung. In den aktuell gültigen Leitlinien wird sie zudem nicht erwähnt. Die Rehabilitation hat generell das Ziel, körperliche, seelische, soziale und berufliche Behinderungen zu verhindern beziehungsweise zu mindern sowie eine möglichst dauerhafte Wiedereingliederung in das Erwerbsleben zu erreichen.

An unserer Klinik haben wir uns unter anderem auf das Feld der kutanen T-Zell-Lymphome spezialisiert und bieten unseren Rehabilitations-Patienten eine umfassende interdisziplinäre Behandlungsstrategie. Diese umfasst neben der dermato-onkologischen Betreuung und der Patientenschulung auch die Einbindung von Psychologen, Sozialarbeitern, Physio-, und Ergotherapeuten und vieles mehr. Durch unsere dermato-onkologische Expertise ist auch während der Rehabilitationsmaßnahme die Fortführung der oft langwierigen Therapien wie PUVA etc. gut möglich.

Bei den von uns behandelten Patienten mit kutanem T-Zell-Lymphom haben wir zahlreiche Parameter zum Beispiel zur Lebensqualität, der Erkrankungsaktivität, der Patientenzufriedenheit sowie der Wiedereingliederung ins Berufsleben ausgewertet. Das Ergebnis: Die Patienten haben von der Rehabilitation deutlich profitiert. Damit erscheint eine Rehabilitation an einem dermatologisch-onkologisch geschulten Zentrum, welches die nahtlose Fortführung der onkologischen Therapien garantieren kann, als äußerst sinnvoll.