Unsere Stärke: die interdisziplinäre Zusammenarbeit

Durch fachübergreifende Diagnostik verfügen wir über besondere Kompetenz und Erfahrung © Markus Löchte

Je nach Krankheitsbild sind beim Rheuma auch die Haut, innere Organe wie Herz, Nieren und Lunge oder das Nervensystem beteiligt. Dies ist frühzeitig zu erkennen und konsequent mitzubehandeln. Der Rheumatologe muss daher immer den ganzen Körper im Blick haben. Deshalb kooperieren wir intensiv mit weiteren Abteilungen in der Fachklinik und darüber hinaus:

Einmal in der Woche finden in der Fachklinik interdisziplinäre Sprechstunden statt, um Patienten mit dermatologischen und internistisch-immunologischen Problemen gemeinsam zu betreuen. Dabei werden die weitere Diagnostik und Therapien in die Wege geleitet. Mehr zur Dermatologie

Entzündlich-rheumatische Erkrankungen sind häufig auch mit kardiovaskulären Begleit-erkrankungen, zum Beispiel Bluthochdruck oder Myokardinfarkt assoziiert. Diese beeinträchtigen die Prognose und die Lebensqualität der Patienten zusätzlich. Mehr zur Kardiologie

Bei manchen entzündlich-rheumatischen Patienten ist zum Beispiel eine Gelenk-Operation erforderlich. In diesen Fällen arbeiten wir Rheumatologen mit Orthopäden zusammen.
Mehr zur Orthopädie

Unser Chefarzt Dr. Rath ist nicht nur Rheumatologe, sondern auch Nephrologe. Er arbeitet eng mit dem Nierenzentrum Bad Bentheim zusammen, das sich auf dem Gelände der Fachklinik befindet. Dank dieser Kooperation sind dialysepflichtige Rheumapatienten bei einem Reha-Aufenthalt in Bad Bentheim bestens aufgehoben. Therapien und Anwendungen werden an die Dialysezeiten angepasst. Mehr zum Nierenzentrum Bad Bentheim

Patienten mit entzündlichen Augenerkrankungen bei rheumatologischen Erkrankungen sollten in einem Zentrum versorgt werden. Daher kooperiert Dr. Rath eng mit dem Uveitiszentrum am St. Franziskus-Hospital Münster. Dort werden Patienten mit entzündlichen Augenerkrankungen betreut, bei denen der Verdacht auf eine zugrundeliegende entzündlich-rheumatische Systemerkrankung oder eine gesicherte rheumatische Erkrankung vorliegt. Das Uveitiszentrum sorgt für eine interdisziplinäre Betreuung durch Augenärzte und internistische Rheumatologen. Mehr zum Uveitiszentrum

Unser Behandlungsspektrum bei rheumatischen Erkrankungen

© Nikolai Wolff

Bei Krankheiten, die fachübergreifende Diagnostik und Behandlung erfordern, verfügen wir über besondere Kompetenz und Erfahrung. Bereits seit 1711, als die erste Schwefelquelle erschlossen wurde, lassen sich Patienten und Patientinnen mit rheumatischen Erkrankungen in Bad Bentheim erfolgreich behandeln. Neben dem Naturheilmittel Schwefelmineralwasser setzen wir inzwischen auch Thermalsole ein. Heute umfasst unser Behandlungsspektrum folgende rheumatologische Erkrankungen:

Arthritis psoriatica (Schuppenflechtenrheuma) ist eine chronisch-entzündliche Arthritis. Sie kann bei Personen mit einer Schuppenflechte (Psoriasis) oder ihren nahen Verwandten auftreten. Die Symptome sind ähnlich wie bei einer rheumatoiden Arthritis, häufig ist die Verteilung der betroffenen Gelenke jedoch nicht symmetrisch. Die Psoriasis-Arthritis zählt zu den Autoimmunerkrankungen. Das bedeutet, dass das Immunsystem körpereigene Strukturen angreift. Der Grund dafür ist bisher ungeklärt. Die Psoriasis-Arthritis betrifft bis zu einem Drittel der Psoriasis-Patienten/-Patientinnen und kann sich auch erst Jahre nach Auftreten der Hauterkrankung manifestieren. Die Erkrankung tritt bei Frauen und Männern etwa gleich häufig auf.

Die Psoriasis-Arthritis ist heutzutage sehr gut therapierbar. Jährlich werden bei uns etwa 1.000 Patienten und Patientinnen mit der Diagnose oder der Verdachtsdiagnose Psoriasis-Arthritis zur therapieintensiven Behandlung und Rehabilitation stationär aufgenommen – je nach Schwerpunkt der Erkrankung wahlweise in der Klinik für Innere Medizin/Rheumatologie oder der Hautklinik.

Unsere erfolgreichen Therapien basieren auf einem ganzheitlichen Vorgehen, das sowohl die Hautbefunde als auch die internistisch-rheumatologischen Befunde berücksichtigt. In unserer Klinik nutzen wir medikamentöse Therapien, eine differenzierte Salbenbehandlung und eine intensive Balneophoto-Therapie. Das erfolgreiche „Tote Meer-Prinzip" zieht zunehmend mehr Patienten und Patientinnen mit Psoriasis-Arthritis in die Klinik. Von der Balneophoto-Therapie profitieren auch Psoriasis-Patienten/-Patientinnen mit weniger ausgeprägten Hautbefunden.

Die Systemische Sklerose ist eine Erkrankung aus dem Formenkreis der entzündlichen Bindegewebskrankheiten (Kollagenosen). Dabei kann eine Vielzahl von Organen befallen sein. Die Haut der Patienten und Patientinnen verhärtet sich und wird steif. An den Händen kann dies zu einem erheblichen Funktionsverlust der Feinmotorik führen. Viele Patienten und Patientinnen haben Durchblutungsstörungen (Raynaud-Phänomen), die manchmal mit offenen Hautstellen an den Fingern (digitale Ulcerationen) einhergehen können.

Bei der physikalischen Therapie dieser Krankheitsbilder zählen wir zu den deutschlandweit führenden Kliniken. Jährlich werden rund 200 Patienten und Patientinnen mit den verschiedensten Formen der systemischen Sklerose untersucht und behandelt – je nach Schwerpunkt der Erkrankung wahlweise in der Klinik für Innere Medizin/Rheumatologie oder der Dermatologie.

Der Begriff bedeutet übersetzt aus dem griechischen „Faser-Muskel-Schmerz". Das Schmerzsyndrom wird durch ein Zusammentreffen verschiedener Symptome definiert, daher sprechen Mediziner auch vom Fibromyalgie-Syndrom.

Das Fibromyalgie-Syndrom ist ein komplexes und schwer durchschaubares Krankheitsbild, das zusätzlich von anderen Beschwerden wie Müdigkeit und Erschöpfung, nicht erholsamem Schlaf und Schwellungsgefühlen begleitet wird.

Eine Diagnose ist oft schwierig und langwierig, da Röntgenbilder, MRTs und umfangreiche Laboruntersuchungen keine Erklärung geben. Therapeutisch haben sich u.a. Sport- und Bewegungstherapie, physikalische Anwendungen sowie verhaltenstherapeutische Maßnahmen bewährt.

In einem fächerübergreifenden Team – bestehend aus Ärzten, Psychologen, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten erarbeiten wir für jeden Patienten und jeder Patientin ein individuelles Therapiekonzept. Dieses Konzept wird ständig an die Behandlungsfortschritte angepasst. Dabei steht der Patient im Mittelpunkt. Jeder beteiligte Experte beurteilt aus seinem fachlichen Blickwinkel die Erkrankung.

Jährlich werden bei uns über 100 Patienten und Patientinnen mit den verschiedensten Formen des Fibromyalgiesyndroms untersucht und behandelt.

zum Beispiel Spondylitis ankylosans/Morbus Bechterew oder Arthritis bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa


Spondyloarthritiden
sind chronisch entzündliche Systemerkrankungen, die mit einer Entzündung an der Wirbelsäule einhergehen. Die klassische Spondyloarthritis ist die ankylosierende Spondylitis (Ankylose = Gelenkversteifung; Spondylitis = Entzündung eines Wirbelkörpers), auch Morbus Bechterew genannt.

Das klinische Erscheinungsbild der Spondyloarthritiden ist in erster Linie durch das Vorhandensein von entzündlichen Rückenschmerzen gekennzeichnet. Dieser beginnt in der Regel schleichend vor dem 45. Lebensjahr, tritt oft in den frühen Morgenstunden auf und bessert sich bei Bewegung. Weitere klinische Zeichen, die auftreten können, sind Gelenkschwellungen, eine Regenbogenhautentzündung an den Augen (Iritis bzw. Uveitis), entzündliche Sehnenansatzentzündungen, eine Schuppenflechte an der Haut (Psoriasis) oder eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung.


Behandelt werden alle Formen rheumatischer Erkrankungen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf entzündlich-rheumatischen Krankheitsbildern:

  • Rheumatoide Arthritis
  • Arthritis als Folge von Infektionen (reaktive Arthritis), zum Beispiel Borreliose (Lyme Arthritis)
  • Kollagenosen (entzündliche Bindegewebserkrankungen) wie
    • Systemischer Lupus erythematodes
    • Sjögren Syndrom
    • Systemische Sklerose
    • Polymyositis, Dermatomyositis
    • Mischkollagenose/Sharp Syndrom
  • Vaskulitiden (entzündliche Gefäßerkrankungen), zum Beispiel
    • Granulomatose mit Polyangiitis (GPA, früher M. Wegener)
    • Mikroskopische Polyangitis
    • Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA, früher Churg-Strauss-Syndrom)
    • Panarteriitis nododsa
    • Vaskulitis bei Kryoglobulinämie
    • Arteriitis temporalis /Polymyalgia rheumatica
    • Takayasu Arteriitis
    • Behcet-Syndrom
  • Arthropathien bei Stoffwechselerkrankungen
    • Gicht (Arthritis urica)
    • Calziumpyrophosphat (CPP)-Kristall-Arthritis mit Chondrokalzinose (d. h. Verknöcherung des Knorpels)
  • Osteoporose
  • Degenerative Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen

Ganzheitliches Therapiekonzept

Bei der Behandlung unserer Patienten und Patientinnen folgen wir einem multimodalen Ansatz: Das bedeutet, dass nicht nur Rheumatologen, sondern auch Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Psychologen sowie der Sozialdienst einbezogen sind. Gemeinsam hilft Ihnen das hoch qualifizierte Team der Fachklinik, Ihre Lebensqualität zu erhalten, wiederzugewinnen und zu verbessern.

Im ärztlichen Aufnahmegespräch wird zunächst ein individueller Therapieplan erstellt. Auf dessen Basis arbeiten die Mitarbeiter des Terminschalters einen Wochenplan aus, den Sie in Ihrem Postfach finden. Bei den Facharzt-Visiten kann der Therapieplan bei Bedarf angepasst werden.

Zur rheumatologischen Behandlung nutzen wir insbesondere folgende Therapien:

  1. Physiotherapie
  2. Ergotherapie
  3. Thermalsole-Bewegungsbäder
  4. Schwefelmineralbäder
  5. Wärmeanwendungen
  6. Elektrotherapie
  7. Sport- und Bewegungstherapie
  8. Programme zur beruflichen Reintegration: Work hardening, MBOR und ABMR
  9. Therapeutischer Bogensport
  10. Waldtherapie

Das Team der Rheumatologie

Wir wollen, dass Ihr Leben in Bewegung bleibt. Das ist die Devise des erfahrenen und engagierten Teams der Rheumatologie.

Neben den ärztlichen Mitarbeitern verfügt der Fachbereich über Pflegepersonal mit rheumatologischer Qualifikation.

Leitung der Rheumatologie

Chefarzt

© Markus Löchte

Dr. med. Thomas Rath, MSc

Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, Zusatzbezeichnung Medizinische Informatik, Fachkunde Rettungsdienst

Seine Schwerpunkte sind die Behandlung von Psoriasis-Arthritis, rheumatologische Erkrankungen mit Haut- und/oder Nierenbeteiligung, Orphan diseases, ANCA-Vaskulitis, Systemischer Lupus erythematodes sowie Uveitis.
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Oberärztin

© Markus Löchte

Andrea Altekruse

Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie

Assistenzärzte

Dr. med. R. Karge

Fachärztin für Dermatologie

© Markus Löchte

Goran Jonaskovic

Ambulanzteam

© Markus Löchte

Gudrun Horstjann

© Markus Löchte

Annika Bardenhorst

Wie läuft eine Rehabilitation ab?

Neu angereiste Patienten und Patientinnen werden in einer Einführung über die Fachklinik und auch Freizeitangebote informiert. Ein Rundgang vermittelt einen Überblick über die Einrichtung und die Standorte der Therapieangebote. Im Kurmittelhaus und zukünftig im Zentrum für Physiotherapie werden die ergo- und physiotherapeutischen Behandlungen durchgeführt. Die großzügigen und modernen Therapieräume der Fachklinik Bad Bentheim sind speziell auf die Bedürfnisse von Rheumapatienten und -patientinnen ausgerichtet.

Am Anreisetag erhält jeder Patient und jede Patientin einen vorläufigen Therapieplan, auf dem auch der Termin für die ärztliche Aufnahmeuntersuchung vermerkt ist. Bei dieser Untersuchung wird ein individueller Therapieplan für den Patienten oder Patientin erarbeitet. Jeder rheumatologische Patient oder Patientin erhält in den ersten Tagen ein Aufnahme-EKG und ein Aufnahme-Labor.

Die rheumatologische Abteilung umfasst insgesamt 70 Betten. Der Pflegestützpunkt befindet sich im ersten Obergeschoss des Hauses 6. Im selben Haus im Erdgeschoss sind Untersuchungsräume, die rheumatologische Arzt-Abteilung und die dazugehörigen Sekretariate untergebracht.

Rheumatologische Sprechstunde

Anmeldung zur rheumatologischen Privatsprechstunde bei
Frau Bardenhorst / Frau Horstjann unter der Telefonnummer: 05922-745110 oder auch per E-Mail:
rheumatologie@fk-bentheim.de

Es liegt noch keine Kassenzulassung für die gesetzlichen Krankenversicherungen vor. Die Abrechnung erfolgt auf privatärztlicher Grundlage.

Um die Sprechzeit möglichst effektiv zu nutzen, bitten wir Sie, Ihren Besuch gut vorzubereiten. So können wir uns ein umfassendes Bild von Ihrer Erkrankung machen und es bleibt genug Zeit, Ihre Fragen zu beantworten.
Bitte erscheinen Sie mindestens 15 Minuten vor dem vereinbarten Termin, damit vor dem Arztbesuch die Anmeldeformalitäten erledigt werden können.

Bitte bringen Sie folgende Unterlagen mit:

  • Beschreibung der aktuellen Beschwerden
  • Liste vorangegangener und aktueller Erkrankungen
  • Befunde vom Haus- oder Facharzt (z.B. Arztbriefe, Röntgenbilder, Laborbefunde)
  • Liste aller aktuell angewendeter Medikamente (mit Dosierung),
    ggf. bekannte Medikamentenunverträglichkeiten und ggf. eine Liste der Vortherapien von Rheumamedikamenten

Kontakt

Wir sind für Sie da – sprechen Sie uns einfach an!

Klinik für Rheumatologie

Sekretariat

Öffnungszeiten

Mo-Do 8.30–12 Uhr und 13–16 Uhr
Fr 8.30–12 Uhr und 13–14 Uhr